Fuku Gen Logo Schönhauser Allee 110, D-10439 Berlin, Tel: +49(0)30 4476260,info@fuku-gen.de
Zazenzeiten
Mo geschlossen
Di 7.3019.30
Mi 7.30
Do 7.30 20.30
Fr 7.3019.30
Sa 18.00
So 11.00
Kusen
Abendzazen, 16.07.2005
Ergänzungen der Mitschrift in [ ] Klammern
Lücken sind mit
... gekennzeichnet


Neigen Sie gut das Becken nach vorn.
... [Konzentrieren Sie sich] auf die Ausatmung, die möglichst [tief geht].
... Wenn Sie öfters [ins Dojo kommen], vertieft sich die Atmung von selber, und das geht schnell.

Zwei bis drei Finger breit unterhalb des Nabels ... [befindet sich] das Hara des Ki: der Ozean der Energie. Das wird angesehen als das Zentrum unseres Lebens.
Also: möglichst lassen Sie [die Ausatmung fliessen] bis zum Hara.
Strecken Sie gut den Nacken und ziehen Sie das Kinn zurück. Dann wird der Geist... disponibel [für die Dinge, so wie sie sind] ... [und man kann] Vorstellungen, Gewohnheiten, Gerinnungen sehr gut vorbeiziehen lassen.

Kyosaku.


Chukai.

Kinhin.

[Kinhinende]

Eine Zen-Schülerin, ... eine kreative, nette, junge Frau, Künstlerin, die im Dojo schon viel ... [geholfen hat, hat] mich gefragt, ob... man ein besserer [Zen-Schüler wird, wenn man] sich zum Bodhisattva ordinieren lässt.
...[Ich habe sie gefragt, ob ich die Frage öffentlich beantworten kann und sie war einverstanden.
Wenn ich eine] ... kurze Antwort geben soll, [so lautet die:] ja.
Andererseits gibt es in der Geschichte... sehr große Persönlichkeiten, [die Laien waren]...
[Einer der] bedeutendsten Texte... [stammt von ?, der praktizierte] ohne Ordination. ... Man muss nicht ordiniert sein, aber es hilft:
Man möchte ins Schwimmbad [gehen, aber] im Regal [liegt das Rakusu], man geht ins Dojo. Im Dojo ereignet sich etwas, man notiert beispielsweise das Kusen. Zuhause schreibt man es ab, [jemand fragt, was man da macht,] man erklärt [es, und diese Situation ist von Zazen beeinflusst.
Man könnte das jetzt immer weiter spinnen.] Die Ordination ist für Sie, die hilft Ihnen zu praktizieren. Meistens hat man [das Gefühl, dass die Ordination an der Zeit ist. Und] man spürt, dass die Praxis das Geheimnis des Zen, die Praxis des Zazen ist.
Wenn Sie in Ihrem [Leben eine Zeitlang Zazen machen, dann] ist das sehr gut. [Wenn Sie Ihr] ganzes Leben Zazen machen, [ist das] sehr gut, aber auch eine Zeitlang [ist gut, ... auch für] alle Lebewesen in Ihrer Umgebung.
Als weitere Folge ... helfen Sie dem Dojo. Es ist auch ein Schritt in eine Schule, aber er ist nicht bindend, er ist mehr für Sie.
Dazu ist noch sehr viel zu sagen, ich werde ihr schriftlich antworten.
Auf alle Fälle hat Buddha..., der historische Buddha, ... .
Bodhisattva ist keine historische Person. Ein Bodhisattva ist jemand, der den ganzen Kreislauf hinter sich hat... [der es sich jedoch nicht im Nirvana bequem gemacht hat sondern versucht] den anderen zu helfen, der seinen erweckten Geist [mitteilt].
[Diejenigen die ihn] übertragen auf [den Alltag] ..., die in ihrer Familie ... auch ernsthaft praktizierende Zenschüler sind und das beides verbinden. So teilen sie ihren erweckten Geist ... und deshalb heisst das Bodhisattva.
Darüber [könnte man] Jahre Kusen machen, das [ist genug] für ein ganzes Godo-[Leben... alle Kusen über den Bodhisattva-Gedanken, aber ich sage mal so viel und so wenig.

Meister Paichang, japanisch Hyakujo, war der sehr große Meister, den ich liebe, der entdeckt hat, dass die Praxis implodiert, gerinnt und verdirbt, wenn man nur praktiziert. Und er hat die Arbeit in die Praxis integriert. Das wollte [damals keiner, ... da es] undenkbar war, dass ein Mönch [arbeitet] ... es umfasst das, aber es ist nicht nur eine Frage des Mitgefühls. Als der Vogel, der wir sind, der sich frei in seinem ... die zwei Flügel, die unsere Praxis hat, wenn Sie so wollen...
Er sagt, Meister Paichang sagt: Was ist die richtige [Art der Wahrnehmung? Das ist wahrzunehmen, dass es] nichts wahrzunehmen gibt.
D.h.: alle Arten [von Wahrnehmung]..., Anziehung oder Zurückweisung... [sind letztlich nicht. Damit kann man] das Auge des Buddha erreichen.
...[Wir neigen dazu,] sie zu sehen, als ob sie eine objektive Existenz hätten.
Jetzt folgt natürlich das berühmte [Beispiel]...:
dies ist unbedingt eine Tür, aber da kommt ein Tischler und sagt: ... Kalkeiche, mein Lieblingsmaterial.
Ein Holzwurm kommt [und sagt:] wie schön, da steht das Abendessen.
Die Formen sind vorübergehend. ... Tür gefressen... - ein bisschen Holzmehl.
Paichang beschreibt das Auge einer gewöhnlichen Person. Das gewöhnliche Auge ... [sieht] als das, und das ist das gleiche für alle Anderen. ... das gewöhnliche Gedächtnis schließt ein, ... [als ob die Wahrnehmung] eine Existenz in sich hätte, also erscheinen alle [Dinge real,]... Anziehung und Zurückweisung... entwickelt sich, das ist der gewöhnliche Geist. ...[wir versuchen] zu fliehen,... ein permanenter Kampf..., [der] müde und gestresst [macht],... [so ist] das gewöhnliche Auge.
Die Zazenpraxis und die Lehre des Buddha laden uns ein, ein zweites Auge [zu entwickeln, um]... in die Tiefe zu sehen, dass Objekte ... keine Substanz [haben und] ... sich ständig wandeln.
Blüten öffnen sich... und welken... von einem Augenblick zum anderen... [als hätten sie] gar nicht existiert. Die Lehre des Buddha ... aber bringt [uns näher] an ihre tiefe Natur, sie vom Standpunkt von [der Leerheit zu sehen]... . Nichts existiert, ausser im Verhältnis der gegenseitigen Abhängigkeiten.

Im Zazen [beobachtet man die Gedanken], dass sie nicht [wirklich sind]... [Man versucht nicht krampfhaft, sie] ... zu unterdrücken oder nicht zu denken. Man hält sich ... [und beobachtet,] was geschieht von Augenblick zu Augenblick. [Man kann sagen, dass es nur ]... weil es eine rechte Hand [gibt, Sinn macht]... von einer linken Hand zu sprechen...
das ist ja eine Binsenweisheit.
...[Bedenken Sie] zutiefst mit Ihrem ganzen Leben, was es bedeutet, zwei Flügel zu haben als Vogel. Als ein Vogel.

Weil man selbstverständlich [regelmäßig]... eine große Vertiefung braucht,... deshalb gibt es [das Sommerlager]... Sesshins sind [auch wichtig.]
Schon Buddha hat das [Sommerlager gemacht]... das sage ich immer, er nannte es: ? , Zazen in einem Zimmer. Im Gegensatz zu [sonst, Buddha war viel unterwegs, sie] ... wanderten durchschnittlich 40 Kilometer, das ist viel.
Wenn man sich nicht [hin und wieder]... einige Wochen zurückzieht, in einen Zentempel und nur praktiziert, fehlt unserer Praxis etwas. Wenn man sich ... vom Leben aller Lebewesen [zurückzieht, fehlt unserer Praxis auch etwas]...
Also bitte nehmen Sie die Gelegenheit wahr, [Sommercamp, und Alltag]... zusammenzubringen - möglichst. Es gibt auch [Schüler, die nur im Alltag praktizieren]... das ist auch möglich, wie es große Schüler gibt, die nicht ordiniert sind. Aber wenn es machbar ist, dann realisieren Sie beides wie schon bei Buddha.
Noch drei Minuten.

Kaijo.


[Notiert von Boris]