Die Erweckung verwirklichen auf der Basis unserer Unvollkommenheit.
Besser unvollkommen praktizieren, als nicht praktizieren. Aber wir müssen doch die Vollkommenheit Buddhas anstreben.
Konzentrieren Sie sich gut auf die Ausatmung. Erstmal ausatmen, sagt schon der Volksmund. Kinn zurückziehen,
Handkanten gegen den Unterbauch gezogen, Daumen in einem feinen Kontakt. Sie bilden weder Berg noch Tal.
Man konzentriert sich auf die Ausatmung und läßt die Gedanken vorbeiziehen. Der Atem fließt frei und der Geist wird klar.
Konzentrieren Sie sich gut auf die Ausatmung. Vergessen sie nicht ihre Ausatmung.
Hier und jetzt genau ist das tatsächliche Leben. Und wenn wir unser Leben verwirklichen wollen,
dann müssen wir das hier und jetzt tun. Wie erschafft man die wirksamen, positivsten, erweckendsten Impulse
für das Hier und Jetzt? Sicherlich indem man in Kontakt tritt mit dem Dharma.
Seine Gedanken beiseite lassen, wie einen Vorhang, den man beiseite zieht. Das ist aber nur eine verbale Hilfskonstruktion,
denn unser wunderbarer Geist ist von unserem Alltagsgeist nicht getrennt.
Sprachlich ausgedrückt: eine Schale fallen lassen und unser Geist erscheint.
Er ist immer da, wir stellen ihn nur zu mit unseren Gedanken. Gedanken sind immer Gerümpel.
Das ist ihre Natur. Sie kommen irgendwoher. Das kann man beim Zazen sehen, mit ein bißchen Übung.
Man sieht seine Gedanken, jetzt kommt der und der Gedanke, ebenso könnte ein ganz anderer kommen.
Sogar Philosophen, also Leute, die darüber nachdenken, wie das Zusammenleben der Menschen und der Lauf der
Welt sich ereignet, aber keine religiöse Praxis haben, wissen das.
"Es kommt der Gedanke, der kommen will. Nicht der, den ich will", hat Nietzsche gemerkt.
"Eigentlich kann man das Zeitwort "denken" nicht mit dem Substantiv "ich" verbinden." Das ist doch klug erkannt.
Jenseits der Gedanken, in Zazen jenseits gehen, Konzentration und Beobachtung abwechseln, man muß sie nicht verscheuchen .
(notiert von Sibille)