Fuku Gen Logo Schönhauser Allee 110, D-10439 Berlin, Tel: +49(0)30 4476260,info@fuku-gen.de
Zazenzeiten
Mo geschlossen
Di 7.3019.30
Mi 7.30
Do 7.30 20.30
Fr 7.3019.30
Sa 18.00
So 11.00
Kusen
Kusen vom Samstag, 4.2. 2006, 18 Uhr, im Dojo
Vorgestern war nun wirklich Lichtmeß! Sie wissen mittlerweile, was das ist, ein alter katholischer Feiertag, d.h.: Sicherlich ist es ein noch älterer Feiertag, von vor der Christianisierung, der klugerweise übernommen wurde. Er gibt uns eine Perspektive, wahrzunehmen, dass das Licht wieder im Zunehmen ist, dass die Tage wieder länger werden, dass der Winter seinen Höhepunkt überschritten hat und wir uns innerlich auf den Frühling vorbereiten können. Nehmen Sie sich vor, ein Rakusu oder Kesa zu nähen, für Sie selber oder für jemanden anderen. Beteiligen Sie sich an unserem gemeinsamen Kesa für Martin aus Zürich. Es ist ein wirklich großes Kesa! (Martin ist über zwei Meter lang) Ich werde Anfang nächster Woche die Termine ins Internet stellen lassen, an denen ich trotz meiner Magisterarbeit bei den Nähstunden sein werde. (Allerdings ist das letzte Mal außer Michael und Wolfgang niemand gekommen.) Ich kann im nächsten halben Jahr nicht sehr oft dabeisein – profitieren Sie von der Gelegenheit! Fortsetzung „Das Buch vom Kesa“, von Meister Deshimaru, Kapitel 14: „Wann soll man das Kesa anlegen?“ Meister Deshimaru schreibt: „In den japanischen Tempeln verlangt es die überlieferte Regel, dass ein Schüler, wenn er das Zimmer des Meisters betritt, das große Kesa mit sieben oder neun Streifen trägt. Und ganz besonders wenn der Meister das Kesa anzieht, muß der Schüler das ebenso tun. Ich würde gern immer ein großes Kesa tragen, wenn ich Zazen mache. Aber dann müssten alle meine Schüler eins haben! Selbst wenn ich nur ein Rakusu trage, ist es besser für euch, ein großes Kesa anzuziehen.“ Meister Deshimaru trug beim Zazen manchmal ein Rakusu, um zu betonen, dass das Rakusu auch ein Kesa ist, wenn auch ein kleines; dass es für Zazen absolut angemessen ist. Sie können Ihre Rakusu aber auch außerhalb Zazen tragen, besonders wenn Sie weit weg vom Dojo wohnen. Es versetzt Sie in Ihre Existenz als Zen-Schüler, bringt Sie in Kontakt mit Ihrem Buddha-Geist, dann können Sie leichter den Schwung finden, den Weg zu machen. Mehrere sehr gute Zen-Schüler sind in allerletzter Zeit weiter weg vom Dojo gezogen. Eigentlich ist das nicht normal, es sollte umgekehrt sein: Bei jedem Umzug möglichst näher zum Dojo ziehen, um leichter und mehr praktizieren zu können. Aber unser Dojo liegt ja in einem Viertel, indem man weniger und weniger wohnen kann, weil es zu teuer wird... Unterschätzen Sie nicht die Erschwernis, die in einem längeren Anfahrtsweg liegt und stellen Sie sich darauf ein. Kommen Sie lieber zu spät, als gar nicht! Tragen Sie in Ihrem Alltag Ihr Rakusu! Gehen Sie, wenn Sie jetzt früher aufstehen müssen, auch früher zu Bett. Übernehmen Sie eine kleine Dojoverantwortung, die Ihrer Praxis Struktur gibt. Sie haben zu dem Entschluß gefunden, sich ordinieren zu lassen, also bitte schaffen Sie in Ihrem Leben konzentriert und entschlossen Platz für die Praxis! Persönlich habe ich 22 Jahre lang ziemlich weit weg vom Dojo gewohnt und nur etwa sieben Jahre verhältnismäßig nah. Zur Zeit brauche ich morgens ungefähr 35 Minuten, abends länger. Das ist für mich „mittel“. Ich sage ja auch immer: Meine gute Kenntnis der klassischen Texte habe ich aus der Zeit, als ich 45 Minuten Weg zum Dojo hatte und in der U-Bahn immer Kusen von Meister Deshimaru las. Es ist also absolut möglich. Aber ich bin weite Wege von Kindheit an gewöhnt, und bei anderen habe ich oft gesehen, wie sehr ein weiterer Weg ihre Praxis erschwert. Also lassen Sie sich vom Kesa helfen, von Buddhas Gewand, das wunderbarerweise bis zu uns weitergegeben wurde; tragen Sie oft Ihr Rakusu! Vielleicht sollten Sie sich nach einem Umzug zunächst ein Zazen weniger in der Woche vornehmen, als Ausgleich für den längeren Weg, und dann werden Sie sehen, ob Sie es später wieder erhöhen können. Sie müssen Ihre Praxis wie ein rohes Ei behandeln, wie Ihren Augapfel: Kostbar, zart, einmalig, aber zerbrechlich. „Wann soll man das Kesa anlegen?“ So oft wie es möglich ist, ohne zu übertreiben. Das Kapitel 14 enthält auch die Gelegenheiten, wann man es NICHT anlegen sollte. Fortsetzung in den nächsten Tagen.